Wer bin ich

2015, zu Beginn des Blogs:
Ich bin 45 Jahre alt, Deutsche und habe fast 25 Jahre in der Sexarbeit gearbeitet.

Auch ich war eine von jenen Frauen, die viele Jahre relativ laut getönt hat, wie selbstbestimmt und freiwillig sie ihrer Tätigkeit nachgeht.
Auch ich wollte das Recht haben, meine Arbeit auszuüben, wie ich das wollte.

Ich hätte es gerne gesehen, wenn sich die Politik darum gekümmert hätte, dass Sexarbeiter mehr über ihre Rechte erfahren.
Wenn sie bessere Aufklärung bekommen hätten über legale Wege und Möglichkeiten bzgl. Steuerrecht und Krankenkassen (bzw. solche Möglichkeiten in bezahlbarer Form geschaffen worden wären) und wenn sich die Politik; das System mehr eingesetzt hätte dafür, dass Frauen ohne Zuhälter die Sexarbeit ausüben könnten – also klarere Gesetze gegen den Mietwucher in der Sexarbeit; den Wucher bei Werbeanzeigen von Hostessen; klarere und sexarbeiterfreundlichere Regeln bzgl. Sperrgebiete, usw.

Ich sah das Problem der Sexarbeit auch in unserer Ausländerpolitik, da erst durch die Öffnung der Grenzen viele der heutigen Auswüchse in der Prostitution überhaupt eine Grundlage gewonnen zu haben schienen.
Durch die Zuwanderung der vielen ausländischen Frauen sanken die Honorare; die unsaferen Leistungen wurden zunehmend selbstverständlich und die gleiche Anzahl Männer verteilte sich auf eine immer größer werdende Anzahl von Sexanbieterinnen.

Ich war allerdings immer PRO-Bockschein. Ich hatte ihn früher noch selbst erlebt.
Und für mich stand der Bockschein – im Gegensatz zu den „heutigen, modernen Huren“ – statt für Diskriminierung und Abwertung stets für sehr viel Gutes.
Und ich bin keineswegs gegen den neuen Gesetzentwurf, welcher besagt, Personen im Sexgewerbe wieder zu registrieren. Wobei „das Sexgewerbe“ sehr viele Einzelbereiche umfaßt.

Durch den Bockschein hatte ich regelmäßige, kostenlose Gesundheitsuntersuchungen.
Ich hatte regelmäßig 1x die Woche Kontakt mit einem Arzt und wenn ich wollte mit dem Sozialdienst. Ich traf dort Kolleginnen zum sozialen Austausch über Wohnungen und Betreiber und ich hatte das Gefühl, wenn mir etwas passieren würde, würde mich jemand vermissen.

Ich ging davon aus, dass ich bis zu meinem Lebensende der Sexarbeit nachgehen würde und schlußendlich wohl unter einem Freier sterben würde.
Rente gibt es nicht für Huren – und von irgendetwas muß man ja leben….

Ich war aufgewachsen in einer Familie ohne Mutter – dafür mit Oma, Vater, Onkel und Tante.
Seit meinem 4. Lebensjahr war ich gefangen in Mißbrauch jedwelcher Art.
Sexueller Mißbrauch durch Onkel und Tante wurde mir als positiver Gegenpol; als Liebe und Zärtlichkeit; als liebevolle Zuwendung verkauft.
Als Gegenpol zu den erniedrigenden und haßerfüllten Worten von Oma und Vater und deren Prügel; den Verboten, mich zu waschen; dem verdorbenen Essen; der Ignoranz; der Verweigerung lebensnotwendiger Dinge und der völligen Zerstörung meines Ichs.

Meine Seele war bereits damals derart verletzt, dass ich mein „Ich“ abgespalten hatte von meinem Körper.
Mein „Ich“ hatte sich als Geist in einer Ecke meines Fleisches versteckt.
Mein Fleisch war bloßes Transportmittel; Gebrauchsgegenstand; Nutz“tier“; tote Ware; fühlte nichts mehr…… Kein Schmerz, keine Berührung….. ich war ein Zombie.

Bereits als Kind suchte ich Hilfe bei der Diakonie in mindestens 2 Außenbüros.
Bei der Polizei.
Bei 3 Stellen vom Jugendamt.
Ich bat mit 12  in einer psychiatrischen Abteilung eines Krankenhauses um Hilfe.
Niemand verstand mich; keiner nahm mich ernst.
Alle sagten mir, es läge alleine an mir. Meine Familie sei normal.

Als ich 16 war, schlug endlich eine Lehrerin Alarm.
Im Heim dann lernte ich meinen 1. Ehemann kennen und das Jugendamt ließ widerspruchslos zu, dass ich mit 17 Jahren zu ihm zog.

So kam ich zu meinem „Loverboy“ – wobei es diese Bezeichnung damals noch nicht gab.

Er nahm mich zu sich – ich…. ein Wesen das niemals Liebe erfahren hatte.
Ein Wesen, für welches Prügel, emotionale Kälte, Vergewaltigung, körperliche Züchtigung, verbale Abwertung und jedwelche andere Art von Gewalt stets normal gewesen war.
Und er sagte mir, das er mich liebt.
Das allererste Mal in meinem Leben.
Und er wurde zu meinem Gott; zu meinem Alles.

Auch wenn er recht zügig zur Sache kam und damit begann, mich zu behandeln wie meine Familie zuvor, so war dies doch noch immer mein Normal.
Es gab nichts zu zweifeln und nichts zu wehren – dies war seine Liebe.

Und er versprach „wenn ich nur brav, lieb und gehorsam bin“, dann liebt er mich mein Leben lang.

Ich gebar ihm sein Kind, wie er es von mir verlangte.
Ich heiratete ihn, wie er es verlangte.
Ich ging für ihn anschaffen, wie er es verlangte.
Ich war ihm willig, wie er es verlangte.
Ich löste all seine Schulden ab, wie er es verlangte.
Ich tat alles im Haushalt, wie er es verlangte.
Und als er seine Arbeit verlor, hielt ich ihn aus, wie er es verlangte.
Tat ich all dies nicht, entzog er mir seine „Liebe“; schlug mich; ignorierte mich tagelang; verletzte mich emotional wie körperlich.

Ich wurde damals noch eingelernt von einer Althure.
Damals wurde noch „sauber“ gearbeitet; kein küssen; kein anfassen und ALLES mit Kondom.
Dies wurde zu meinem obersten Prinzip. Niemals hatte ich anders gearbeitet.

Ich hatte ständig Schmerzen. Kopfschmerzen, Rückenschmerzen; einen Reizdarm, Magenberschwerden, Herzrhythmusstörungen und anderes.
Alles sollte immer „nur psychisch“ sein – Hilfe dagegen bekam ich nicht.

Durch eine Begegnung beim Bockschein ergab es sich, dass ich einst erzählte, wie mein Leben so aussieht.
Und so kam es, dass mein Normal plötzlich einen anderen Namen bekam: Mißbrauch.

Die Erkenntnis, dass mein Leben also nicht normal war, sondern mißbraucht, brachte manches in Bewegung.

Ich schaffte nicht mehr Zuhause an – wo mein Ehemann am Schlüsselloch immer zugeguckt und sich selbst befriedigt hatte.
So mußte nun auch mein Kind nicht mehr ständig weinen.
Ich machte meine erste Therapie in einer Gruppe.
War dann ein Vierteljahr stationär und dann noch 2 Jahre ambulant in Therapie.
Als ich endlich den Mut fand, meinen Ehemann zu verlassen, ging ich mit nichts außer 28 Gläubigern.
Um mein Kind kämpfte ich 2 Jahre lang. Er ging 3 Mal in Revision – war sie doch das einzige gewesen, das er wirklich hatte von mir haben wollen.

Meine Therapie brach ich ab, als meine Therapeutin während der Trennungsphase ohne mein Wissen mit meinem Mann über mich sprach. Somit endete meine therapeutische Begleitung.

In vollster Überzeugung, zu blöd zum Alleineleben zu sein, stürzte ich mich in die nächste Beziehung. Er wußte von meinem Leben und da er dem Charakter meines Mannes nicht sehr fern war, nutzte er meinen seelischen Zustand, um das Vorgehen meines Mannes für sich zu nutzen und fortzusetzen.

So schaffte ich für den nächsten Mann an – jedoch nicht mehr ganz so widerspruchslos.
Ich meldete erste eigene Ansprüche und Wünsche an.
Ich machte meinen Führerschein und kaufte ein uraltes, aber eigenes Auto.
Und ich bestimmte, wo ich wann und wie lange arbeiten wollte.
Ich mußte an den Schulden meines Mannes bezahlen.
Mein Kind war inzwischen auch bei mir.
Somit bekam er von meinem verdienten Geld nicht ganz soviel, wie er gerne gehabt hätte – dennoch ZU viel.
Noch immer war für mich die eizige Liebe Sex. Und ich war zu blöd zu allem. Unwert; geduldet; überflüssig.

Damals gab es hauptsächlich deutsche Huren. Der Bockschein war noch nicht abgeschafft.
Ich hielt mich an mein „sauberes Arbeiten“ und fand in Appartements auch genug Arbeitsstellen, die für mich in Frage kamen.
Parallel versuchte ich schon seit meiner Ehe immer einen Fuß im „soliden Arbeiten“ zu belassen…. Irgendeinen „normalen Job“ zu machen.
Was allerdings nie einfach war, da ich sowohl meine Schule, als auch meine Ausbildung abgebrochen hatte.

Meine Schmerzen waren immer schlimmer geworden.
Ich nahm teilweise an bis zu 25 Tagen/Monat Schmerzmittel.

Die Rentenkasse schickte mich zu einer Berufsfindung.
Man fand heraus, dass ich über eine hohe Intelligenz verfüge – jedoch aufgrund meines „angeblichen Mißbrauchs“ über ein „hysterisch anmutendes Geltungsbedürfnis“ und große psychische Instabilität.
Man wollte versuchen, mir eine Ausbildung zu vermitteln, was jedoch scheiterte.

Als ich nun meinen derzeitigen Partner dann auch endlich verließ, zahlte mir die Rentenkasse den Taxischein und integrierte mich in das „normale Berufsleben“.
Die Diakonie half mir bei meinem Ausstieg und dem Verlassen dieses Mannes.
Aber mein Kernproblem blieb bestehen und unbehandelt.

Meine Sprache war damals eine recht derbe gewesen.
Sexualität war für mich ein Thema wie Wäsche waschen oder einkaufen.
Sex war die einzige Form; das einzige „Synomym“ für Liebe das ich kannte. Eine andere Art Liebe hatte ich in meinem Leben niemals erfahren.

So war es klar, dass ich weiter Liebe suchte.
Und ich eckte ständig an – egal, wie oft ich meine Arbeitgeber auch wechselte.
Ich arbeitete in männerdominierten Hilfsjobs – dort gab es ausreichend Männer, die mir sehr gerne ihre „Liebe“ schenken wollten.
Und ich begriff nicht meinen Irrtum und keiner wieß mich darauf hin.

Da ich in den Hilfsjobs zwar viele Überstunden schob, mir mein Geld jedoch für all die Schulden nicht ausreichte, ging ich zurück in die Sexarbeit.
Ich hatte das Gefühl, von all den Männern, mit welchen ich in dieser „soliden Zeit“ nun kostenlos geschlafen hatte, benutzt worden zu sein und wenn mich die Gesellschaft nun unbedingt „Schlampe“ oder „Hure“ nennen wollte, dann könnte ich ja auch wieder Geld dafür nehmen.

Ich arbeitete zeitweise in einem Pauschalclub für 120€/Abend. (20h – open End)
Ab dem 13. Mann, der Eintritt bezahlte, bekamen wir je 10€ mehr.
Der Betreiber vergaß oft zu zählen – eine Handhabe dagegen gab es nicht.
Wir mußten mit jedem Gast aufs Zimmer – selbst, wenn dieser garnicht wollte.
Oder mit anderen auch mehrfach.
Aber alles safer ohne küssen.

In Appartements hatte sich inzwischen mit der EU-Öffnung vieles verändert.
Und es gab kaum noch Wohnungen, in welchen man safer arbeiten durfte.
Ständig wurde ich von Betreibern – oft auch Kolleginnen – angegriffen.
Was ich mich so anstellen würde….
Das machen heute alle so..
Das bißchen knutschen und …. blasen ohne Gummi… das muß man heute, wenn man Geld verdienen will….
Wie? Und kein Analverkehr? Das sei doch das Mindeste….

Und überhaupt… wie ich denn aussähe?
Zu dick; kein Solarium; zu langweilig. Ich soll Sport machen; Augenbrauen zupfen; Strapse anziehen….

Die Mieten für Appartements lagen bei 80 – 100€ pro Tag.
Wenn man anspruchslos war, gab es auch mal eins für 60€/Tag.
Im Vorraus ohne Quittung.

Auf Halbe-Halbe wollte mich kaum jemand.
Mit mir verdient man ja nichts.
Ich mach ja nichts.
Sowas wie mich hätten die doch alle schon Zuhause…..

Dennoch…. ein bißchen Geld konnte ich auch so verdienen.
Ich hatte endlich ein bißchen gelernt, Grenzen zu setzen und auch durch zu setzen.
Ich fing an, mich selbst ein bißchen zu mögen.
Ich konnte meinen Körper ein bißchen fühlen – auch, wenn „ich“ noch immer nicht darin wohnte.

Ich war knapp über 30 Jahre alt. Hilfe suchte ich längst nicht mehr.
Auch beim Arzt redete ich nicht mehr über Mißbrauch oder darüber, dass ich Therapie bräuchte.
Ich kämpfte mich irgendwie alleine durch´s Leben; war schon immer alleine in der Seele und dachte auch nicht darüber nach, dass dies irgendwann einmal anders werden könnte.
Meine Schmerzen und seelischen Symptome nahm ich hin – was hätte ich auch tun sollen.
Behandeln konnte oder wollte sie niemand – so lebte ich mein Leben um meine Schmerzen herum, so gut es ging.

Irgendwann lernte ich einen Mann kennen, der nicht locker ließ.
Nach längerer Zeit ohne Beziehung kam er also in mein Leben und brachte mir den PC in meine Welt.
Dadurch öffneten sich mir völlig neue Möglichkeiten und Sichtweisen bzgl. der Sexarbeit.
Dieser Mann war dann auch der erste, der sich finanziell an unserem Zusammenleben beteiligte. Ihn hielt ich nicht aus, wie die Männer zuvor – zumindest nicht völlig.

Nach 2 Jahren trennten wir uns wieder. Ich hatte inzwischen eine eigene Homepage, die ich komplett selbst machte.
Ich konnte Öffentlichkeitsarbeit machen, um das Bewußtsein bzgl. Gesundheit unter Freiern anzuregen und mich als safer-Frau positiv und bewußt hervorheben.
Dies schenkte mir ein mir neues Selbstbewußsein.

Ich hatte durch den PC nun auch die Möglichkeit, nur Hausbesuche anzubieten und mich frei zu machen von den Mieten irgendwelcher Betreiber.
Mir meine Gäste auszusuchen und Prioritäten zu setzen.
Ich sah mich als sehr selbstbewußte Sexarbeiterin, war viel in Foren präsent.

Als ich dann einen Mann mit Behinderung kennen lernte, spezialisierte ich mich endgültig auf „Randgruppenfreier“, bzw. Männer, die eigentlich keine Freier waren.
Und die auch nie zu einer „Hure“ gegangen wären.
– Aber ich war ja „untypisch“; ich war ja im Millieu ironischerweise noch nie für niemanden je wirklich eine Hure gewesen…..

2008 mietete ich dann ein Appartement, in welchem ich kaum noch „normale Freier“ bediente.
Ich hatte meist Gäste mit einer Aufenthaltsdauer von 2 – 4 Std.
Mindestens die Hälfte der Zeit wurde aufs Reden verwandt.
Die Männer hatten meist große Sorgen und Probleme; waren Phobiker, absolute beginners, behindert, impotent oder anderweitig „beschädigt“.
„Normale Huren“ wollten solche Gäste nie. Viel zu kompliziert; viel zu aufwändig; die können ja eh nicht; was soll ich denn mit „so einem“… – waren Dinge, die meine Gäste und ich oft gehört hatten…..

Aufgrund meiner langjährigen und einschlägigen Erfahrungen und auch aufgrund von Vorsicht – da ich völlig alleine in meinem 1-Zimmer-Appartement war – ließ ich nur deutsche Männer kommen. Bzw. Deutsch sprechend.
Deutsche Männer, mit freundlicher, höflicher Sprache, die meine Grenzen kannten und auch akzeptierten.
Bei welchen ich bereits am Telefon merkte, dass sie keine Spielchen spielen würden und meine Homepage kannten.

Zu oft hatte ich erlebt, wie es sich anfühlt, als würde sich z.Bsp. ein Türke (Anmerkung: das ist kein Nationalitätenproblem, sondern ein Mentalitäts-Thema und hat etwas mit Respekt zu tun; kann somit völlig unterschiedliche Menschen betreffen) an mir ganz persönlich dafür rächen, dass deutsche Männer türkische Frauen entwerten, belügen, benutzen, verarschen……

Ich wollte nicht mehr gekniffen werden; mit Knutschflecken gekennzeichnet; dominiert, erniedrigt und „in Besitz genommen“.
Ich wollte mich nicht wie Vieh fühlen; bestiegen, gerammelt, beschmutzt – und geschlachtet.
Ich wollte nicht mehr, dass ein Mann das Kondom heimlich abzieht und mich von hinten unbemerkt besamt.
Ich entschied, dass es alleine MEINE Entscheidung ist, wem ich mein Fleisch zur Verfügung stelle.

Ich gab Seminare in HEP-Schulen, für Pädagogen und Betreuer von behinderten Menschen zum Thema Sexualität und Behinderung.
Ich gab Radio- und Zeitungsinterviews und hatte Teil in einem Film zum Thema.
Und ich hatte das Empfinden, ich würde wertvolle Arbeit leisten und würde geschätzt werden.
Ich dachte, ich „hätte es geschafft“.
Meine ganz persönliche Nische in der Sexarbeit.
Ich war nicht „Hure“ – ich war fast therapeutisch arbeitende Sexualberaterin und -begleiterin.
Ich fühlte mich „heil-geworden“.
Meine Gäste waren warmherzig und zärtlich – wie auch ich.

Ich lebte sehr isoliert.
Freunde hatte ich in meinem Leben nur sehr selten gehabt – und wenn, dann meist Männer, die mich ab und zu auch „lieb hatten“.
Eine Frau, an welcher ich mich hätte reflektieren können, gab es keine in meinem Leben.
Ich igelte mich in meinem Appartement ein und war froh über die Gespräche mit meinen Gästen.
Am Wochenende war ich bei meiner Tochter und lebte meine Rolle als Mutter.

Als ich meinen jetzigen Ehemann kennenlernte, erklärte ich ihm aus vollstem Herzen, dass ich niemals meine Arbeit als Sexualbegleiterin aufgeben würde, weil sie mir viel zu wichtig sei.
Dass ich für diesen Job geboren wurde und dass es meine Berufung seit frühester Kindheit sei, Männer glücklich zu machen. Dies sei mein einziger Lebenszweck.

Und noch bis 2013 schockierte ich ihn damit, dass ich Dinge sagte wie: „Es ist doch völlig wurscht, ob ich jemandem meine Hand oder meine Fotze gebe. Ist doch beides das Selbe: Fleisch mit Haut drüber.“

Mein jetziger Mann war der allererste, der sich NICHT freute, wenn ich auf die Knie ging, weil er mir den Müll runter getragen hatte.
Es hat mich zutiefst verletzt.
Ich fühlte mich abgelehnt; abgewießen und ungeliebt.

Aber er hatte recht rasch realisiert, dass ich unbewußt Sex als Belohnung betrachte.
Nicht nur, dass man mich belohnte durch sexuelle Zuwendung, wenn ich „brav“ war – nein, auch ich belohnte damit eine Gefälligkeit – für ihn eine Selbstverständlichkeit – im Haushalt.
Egal, was er für mich tat; wie er an mich dachte; was er mir mitbrachte – ich ging stets auf die Knie, um ihm zu „danken“.
Als ihm dies bewußt geworden war, setzte er klare Grenzen und es begann eine harte Zeit voller Gespräche und Reflektionsarbeit.

Wenn er mich fragte, was wir denn essen wollen, legte ich diese Entscheidung in seine Hand.
Egal, was er mich fragte – es sollte seine Entscheidung sein.
Ich hatte kein eigenes Wollen; kein eigenes Wünschen; keine eigenen Pläne….
Er brauchte lange, bis er die verschlüsselte Art meines Neins entdeckt hatte.
Bis er dahinter kam, wie kompliziert meine Art der Meinungsäußerung zu lesen war….
Unsere ersten 3 Jahre waren für uns beide sehr hart…..

Mein Mann drängte, ich müsse mir Hilfe suchen.
Über meinen damaligen Hausarzt hatte ich 35 Std. bei einem Traumatherapeuten – der unsere Stunden jedoch schnarchend verbrachte.

Ich suchte Hilfe bei einer Hurenhilfe.
Ich wollte Ausstiegshilfe, weil ich ohnehin kaum noch etwas verdiente.
Ich selektierte inzwischen meine Gäste sehr sehr sehr heftig. Ich hatte teils noch 2 – 4 Gäste pro Monat. Und ich war psychisch völlig instabil.

Dort sagte die Mitarbeiterin dann zu mir „Kann es sein, dass Sie vielleicht etwas rassistisch sind? Wenn sie die Ausländer mal wieder kommen lassen würden, dann würden Sie auch was verdienen. Und wenn Sie täten, was die anderen tun und küssen und Frz. ohne machen würden, dann müßten Sie nicht aussteigen.“

Mhm… Huren-Ausstiegshilfe……
Drauf geschissen.

Ich wechselte den Hausarzt – dieser versuchte es mit Tabletten, welche abhängig machten, gegen meine Schmerzen.

2013 stieg ich dann aus der Sexarbeit aus.
Freiwillig und aus eigenem Antrieb.
Die erstmals wirkliche und echte Liebe meines Mannes hatte in meiner Seele sehr viel verändert. Ich war nicht mehr in der Lage, mich von fremden Männern anfassen zu lassen. Es fühlte sich übergriffig und mißbräuchlich an – obwohl ich einverstanden war und dafür Geld genommen hatte.

Mir wurde plötzlich bewußt, dass mein gesamtes Leben; mein gesamtes Selbstbewußtsein nichts war, als eine Illusion.
Mein „2. Leben“; meine „Sexualbegleiterinnen-Identität“ war selbstbewußt geworden; war „wichtig“ geworden; hatte ein Sozialleben. Sie fühlte sich wichtig, anerkannt, geschätzt. Sie galt als Fachkraft; als Ansprechpartner und war Vorbild für etliche andere Sexarbeiterinnen.

Aber wer war ICH?!
Manchmal wußte ich nicht mal mehr, wie ich wirklich heiße….
Wer war ich privat? Welche Hobbies hatte ich? Freunde? Wo war ich wichtig? Wer hatte mich gern? Wer wollte mit mir Zeit verbringen?
– da gab es nichts, niemanden und keinen, außer meinem Mann.

Ich kannte mich nicht – und tue es noch immer nicht.
Ich hatte für die Prostitution mein Ich aufgegeben; nicht entwickelt; in die Ecke gestellt.

Ich habe in 2 Jahren 6 Helferjobs gemacht und mußte jeden davon wieder aufgeben, wegen großer psychosomatischer Gesundheitsprobleme.
Ich habe Körpererinnerungen, starke Schmerzen, Depressionen, Flashbacks, Alpträume…. Meine Kindheit ist wieder lebendig….

Ich suchte Unterstützung bei XXX von der XXX – die sagten, sie seien nicht zuständig.
Und bei einer Beratungsstelle für psychisch Kranke – aber auch diese sagten, es sei bei mir nicht „schlimm genug“.

Mit meiner jetzigen Hausärztin suchte ich das Gespräch.
Aber sie brauchte länger, um die Tragweite und das Ausmaß meiner Probleme zu erfassen.
So wandte ich mich an einen großen Verein für Opferhilfe.
Aber auch hier ist es schwer, wirklich Hilfe zu erhalten.
Es ist, als müsse man gefälligst froh sein, für das was man kriegt – und das triggert mich wieder ungemein.

Nun habe ich die Anhebung meiner Behinderung beantragt.
Hilfe nach dem OEG
und EU-Rente.
Und ich stehe für 1,5 Jahre auf der Warteliste einer Traumatherapeutin.

Der freiwillige Mitarbeiter beim „Opferverein“, der mir dabei geholfen hat, wurde zwischenzeitlich entlassen.
Jener, der mir nun helfen soll, ist eigentlich dafür nicht ausgebildet und läßt mich lange warten, bis er sich kümmert. Er trägt sein Hörgerät lieber in der Tasche, als im Ohr – so muß man alles 5x sagen und er versteht doch nur die Hälfte.
Nun hat die Rentenanstalt meinen Antrag abgelehnt. Ich hätte aktuell nicht genug Zeiten.
Ich muß also wieder kämpfen; aufstehen; Widerspruch….
Ich hatte beantragt, sie sollen prüfen, ob ich nicht bereits 1997 arbeitsunfähig gewesen sei. Das taten sie nicht.
Habe keine Kraft….

Und keiner fühlt sich irgendwie zuständig, mir endlich zu helfen.

„Nicht schlimm genug“…..

Erst vor kurzem hatte ich zu meinem Mann gesagt:
„Hätte ich all die Schmerzen, Verletzungen, Demütigungen, Qualen am KÖRPER erlitten, wäre ich längst tot oder zumindest im Koma auf der Intensivstation. Und alle würden sich kümmern.
Und jene Verletzungen aus meiner Kindheit; der Nasenbeinbruch; die blauen Flecken von Rohrstock und Teppichklopfer, von packenden Griffen und Fäusten… sind mit den Augen längst nicht mehr zu sehen.

So aber sieht es keiner…….. All die Messer aus Worten; all die Demütigungen; Schmerzen; Ängste…. die in meiner Seele stecken…. Wie ich ausblute; wie meine Seele hinter mir her auf dem Boden schleift mit all diesen Messern wie ein alter kaputter Luftballon in grau….“

Nicht schlimm genug….
Nicht zuständig….

Nein, ich hatte keinen Suicidversuch
Nein, ich bin nicht Tablettenabhängig…
Nein, ich trinke nicht. – zumindest nicht oft….. nur, wenn meine Seele im Kreis rennt und nur ein kleines Gläschen, damit sie sich wieder setzen kann…
Nein… Drogen nehme ich auch keine…..

Na… dann ist es nicht schlimm genug……

25 Jahre aktiver Mißbrauch.
20 Jahre Suche nach Hilfe.
Selbst schuld – warum lebst Du denn noch? Hast es nicht wenigstens versucht? Benebelst dich nicht? Fliehst nicht?
Warum guckst Du dir die Scheiße auch an?

Ich lebe noch.
Und suche noch immer….



Nachtrag am 26.09.2018

Inzwischen sind 3 Jahre vergangen.
Niemals hätte ich damals geglaubt, dass ich jemals würde abweichen wollen von der Bezeichnung „Sexworkerin“.
Ich war seinerzeit noch immer fast stolz gewesen, diese Bezeichnung tragen zu dürfen.
Hielt ich mich doch so sehr für selbstbestimmt, freiwillig und selbstbewußt.

Heute nun?

Erkenne ich all das Elend.
Das Tarn-Tuch ist abgefallen.
Die Illusion zerplatzt.
Keine Traum-Blase mehr und kein erhabenes Gefühl.

Prostitution ist Vergewaltigung gegen Geld.
Elendes Leid.
Und ja – oft genug wurde auch ich ganz real vergewaltigt; Kondome heimlich abgezogen und besamt oder gefickt wie Vieh.

Oft genug kam ich wohl nur mit viel Glück um brutale Gewalt herum.
Oft genug mußte ich sie jedoch auch erdulden.

Heute nun, nach 3 Jahren hier im Blog und auch bei meiner Therapeutin fühle ich den Schmerz.
Zumindest zum Teil.
Noch immer wollen sich Bereiche in meinem Inneren schützen, abspalten und verleugnen.
Aber mein Kopf WEISS.

Nein, Prositution ist NICHT Arbeit.
NICHT normal.
NICHT frei, selbstbestimmt und stärkend.

Prostituion ist Gewalt.
Elend und Leid.

Laßt euch nicht täuschen.
Schlimm genug, dass die Frauen so getäuscht sind.


2. Nachtrag am 12.07.2019

Gerne mag ich hier noch etwas dazu schreiben, wer *ich* denn nun bin.

Nachdem ich zu Anfang, als ich den Blog begann, noch überhaupt nichts wußte von all dem Trauma, all den Folgen und Konsequenzen
Schon garnichts davon, dass ich Viele sein könnte – noch nichtmal, dass es eine solche Diagnose ÜBERHAUPT gibt
als Folge von massiver Gewalt

– schrieb ich den Blog anfangs als „Flohhusten„.
Weil ich mich genau SO fühlte.
Ungesehen, ungehört, unbemerkt.
Klein, schwach und vollkommen übersehen.

– Später dann entdeckte ich in mir eine Seite, die mein Mann und ich „Luise“ nannten.
Luise, wie jene Figur von Olm. (klick)
Weil Luise in mir genauso agierte und sich verhielt, wie diese.
Genauso rumpöbelte, nervte und obszön war.

Es paßte einfach, wie Faust auf Auge.
Und „Kakadu“, weil Kakadus einfach toll sind. Und ich schon immer ein irrer Vogel war.
Also: Luise Kakadu.

Inzwischen nun, nach einigem an Therapie und Innenarbeit, habe ich begriffen und kann es fühlen, dass ich Viele bin.
Dass ich eine dissoziative Störung habe.
Aufgespalten bin in mehrere Persönlichkeiten.
Und dass Luise nur EIN Teil von vielen ist.

Somit haben wir uns entschieden, unseren Namen zu ändern.
Und nachdem uns da ein Bild in den Kopf kam, einigten wir uns auf

The Pömpel-Birds
– together against all obstructions.

Kurz: „Die Pömpels“
WIR MACHEN DAS ROHR FREI.

Einfach deshalb, weil wir verrückte Vögel sind und niemals aufgeben, an uns zu arbeiten, um irgendwann einmal frei zu sein.
Frei, von all den Fesseln, Mauern, Ängsten, Scham, Zweifeln und aller Traurigkeit und Schmerz.
Frei, von all jenem, das uns blockiert, zu leben.

Wir haben kein Problem damit, wenn Menschen uns DU nennen.
Weil irgendein ICH ist ja immer da.
Manchmal auch ein Wir.
Und sogar oft auch ein Ichwir.
Aber die meisten innendrin mögen es lieber unkompliziert.

Kompliziert und schwierig war es lang genug.

Traut Euch.
Wir beißen nur im Notfall. 🙂


3. Nachtrag am 19.09.2019

Wir haben uns entschieden, uns nun die Schwurbel-Schworbs zu nennen 🙂 – KLICK

25 Kommentare zu “Wer bin ich

  1. Ich finde es sehr stark von dir, dass du deine Geschichte mit uns teilst.
    Und schön zu lesen, dass du einen Mann gefunden hast, der dir scheinbar gut tut. Das gibt dir hoffentlich den Glauben zurück, dass nicht alle Menschen Ärsche sind…
    Ich hoffe, du findest dein Glück im Leben 🙂

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  2. Dein Beitrag hat mich sehr berührt. Ich war selbst 6 Jahre in der Prostitution und ich verstehe sehr gut, wie du dich fühlst. Es ist sehr schwer, Menschen zu finden, die einen verstehen, geschweigedenn einem helfen können. Ich freue mich sehr für dich, dass du einen Mann gefunden hast, der nicht deinen Körper, sondern dich als Person schätzt und dir vermittelt, dass du mehr wert bist als all das, was du vorher erlebt hast. Bleib tapfer und kämpfe weiter!

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  3. Deine Geschichte hat mich sehr berührt! Es ist unglaublich, wie stark Du trotz deiner Vergangenheit bist!
    Besonders der Satz „Erst vor kurzem hatte ich zu meinem Mann gesagt:
    „Hätte ich all die Schmerzen, Verletzungen, Demütigungen, Qualen am KÖRPER erlitten, wäre ich längst tot oder zumindest im Koma auf der Intensivstation. Und alle würden sich kümmern….“ ist so grauenvoll und wahr.
    Man muss es selbst erleben um es verstehen zu können. Viele Außenstehende können das Erzählte einfach nicht nachvollziehen!
    Ich bin 21 Jahre alt und kann mich an die Hälfte meines Lebens nicht erinnern, ich habe Erinnerungslücken und weiß nicht recht, was mit mir passiert ist. Ich versuche mich zur Zeit gerade in einem Blog darüber zu schreiben (https://sanftermissbrauchblog.wordpress.com/) der aber noch in Kinderschuhen steckt, da ich absolute Anfängerin und daher unsicher bin.
    Zu wissen, dass man nicht als Einzige unter emotionalem Missbrauch litt, ist traurig aber auf kranker Weise auch tröstend. Es tut mir leid, dass du soviel durchmachen musstest! Habe aber gleichzeitig den größten Respekt vor dir. Ich glaube jedoch auch, dass man durch diese schlimmen Ereignisse erst zu dem guten Mensch werden konnte, der man nun ist.
    Danke für deine Geschichte!

    Ich bin Lilo.
    Wieder einen Tag überlebt.

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    • Hallo, Lilo 🙂
      Ein Blog in Kinderschuhen – guck mal, meiner ist auch erst etwa 6 Monate alt, aber ich schreib mir alles von der Seele und er füllt sich schnell – das ist eine wohl ungewollte, aber schöne Metapher.

      Kinderschuhe…. – die eigenen…
      Das ist auch so ein Punkt, an den ich durch das Blogschreiben nach und nach komme.
      An das eigene, kleine, lange ungesehene, gut versteckte Kind im Bauch. Lassen wir es mit unseren Blogs und den Kinderschuhen laufen lernen.
      Damit es dadurch wenn nicht gestern – so doch heute, laufen lernen darf.
      Sei mir hier herzlich Willkommen.Liebe Grüße, Luise

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  4. Meine tiefste Anerkennung für deine Offenheit! Deine Geschichte hat mich sehr berührt. Ich freue mich für dich , dass du einen Mann gefunden hast der dich liebt und dich respektiert. Ich wünsche dir auf diesem Weg weiterhin viel Glück mit deinem Mann ❤
    In einigen Passagen habe ich mich wiedererkannt und möchte sagen das ich dich verstehen kann. Du bist soo stark und sprichst vielen Frauen aus der Seele. Mehr als mach weiter so fällt mir gar nicht mehr ein , weil mir die Worte fehlen . 🙂

    Danke für diesen wunderbaren ehrlichen Text! 🙂

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  5. Respekt, dass du dein Leben hier aufschreibst. Du hilfst dir und vielleicht anderen Menschen, denen es ähnlich erging. Das Schicksal ist ein schlimmer Betrüger, altbekannte Weisheit, aber leider war. Die Ironie des Lebens ist ja auch diese, dass man immer auf die gleichen Männer hereinfällt. Ich kann zu deinem Leben nicht viel sagen, obwohl ich Psychoanalyse im Nebenfach studiert habe. Aber ich denke, du hattest von Anfang an keine reele Chance. Du wurdest in einen Sog hineingewirbelt, gegen den du wehrlos warst. So war dein Leben bis zum Abbruch der Prostitution eine einzige Fortsetzung des Missbrauchs aus jungen Jahren. Du bist nicht Täter, du bist Opfer. Man hat dich erniedrigt, gedehmütigt und benutzt gegen deinen Willen, auch später noch, als du auf dieser Schiene gelebt hast, aber die Schiene wurde früh gelegt von anderen. Du bist für mich ohne Schuld, wenn man überhaupt von Schuld reden kann und darf. Du bist ein Kind, das missbraucht wurde und niemals erwachsen werden durfte bis in die Mitte des Lebens. Wenn du heute deine Seele befreist und endlich dich selbst finden und leben darfst, dann ist das schon eine enorme Entwicklung. Es ist nie zu spät und durch deine Offenheit findest du Freunde. Meine Hand reiche ich dir. Du bist für mich ein großer Mensch und vertrau nicht zuviel auf Therapien: Sie verstärken manchmal noch das Erlebte und holen das Begrabene wieder zurück. Schreiben ist die wahre Therapie. Das hast du erkannt. Ich bin dein Freund ❤

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  6. Beim lesen dieses Textes ist in mir irgendwann nur noch Gefühl übrig gewesen.
    Gefühle von Mitgefühl und Liebe, bedingungsloses Annehmen und Hoffnung.
    Die seelische Stärke, die ich in Deiner Geschichte wahrnehme erinnert mich an die Kraft von Engeln – geistige Wesen, die das Schicksal vieler Menschen tragen und tragen können.
    Ich wünsche Dir alle Liebe und Kraft, alles Vertrauen und allen Frieden, den Du Dir in Deinen schönsten Träumen vorstellen kannst – und wenn es Dir gelingt, das anzunehmen: noch unendlich viel mehr.

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  7. Danke für diesen anrührenden augenöffnenden wichtigen Bericht.

    Krass, wie oft Deine Selbsterhaltungs- und -verantwortungsschritte dann noch von außen bestraft wurden. Doch ich bin mega beeindruckt, dass Du es trotz der Täter und Zerbrecher geschafft hast, Deine Würde zu bewahren. Und wie Du um Dein Kind gekämpft und den Kampf gewonnen hast. Und wie Du es trotz der Beschädigungen geschafft hast, die Dinge von oben zu betrachten und zu analysieren. Auch dass Du trotz der von klein auf langjährigen üblen Bedingungen so eine reife Beziehung führen kannst, ist einfach nur toll und bewundernswert! Du erscheinst sehr klug und reflektiert, das wird der Schlüssel sein. Alles Liebe und Gute – wünsche Dir reife unterstützende Menschen auf Deinen Weg (auch an den entsprechenden Stellen) 💛 Maria

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  8. Hey! Ich muss dir hier unbedingt drunter schreiben, weil ich mir wegen meines Erlebnisses auch ganz viele Gedanken zum Thema Prostitution gemacht habe und dem auch noch einen Blogartikel widmen möchte. Ich hatte mir vorher gar nicht so viele Gedanken darüber gemacht, keine Berührung damit gehabt. „Manche machen’s freiwillig, manche nicht, keine Ahnung, wieso man das macht“, waren dazu meine Gedanken, eben alles, was leider sehr viele denken. Bis ich mich dann dem Thema lange post-trauma eben selbst angenähert habe und ich habe einiges wiedererkannt. Da gab es Interviews mit Prostituierten, die mir so die Augen geöffnet haben, besonders der Fall Sandra Nowack. Mir hat es sehr bei der Erschließung meines eigenen Traumas geholfen. Und dann die Erkenntis: Die Anzahl der Frauen, die es wirklich freiwillig machen, muss verschwindend gering sein. Und dass selbst viele, die glauben, sie sind gerne Sexarbeiterin, es eben nicht gerne sind. Und als ich gelesen habe, wie du das selbst beschreibst, war es für mich noch mal so eine Bestätigung von allem, was ich dazu jetzt denke und auch wieder sehr hilfreich für mich. Ich bin jedenfalls wirklich beeindruckt von deiner Offenheit und lasse mich davon einfach mal inspirieren. Alles Liebe!

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