Begegnung mit der Angst – oder: Deutsche Krankenreform

Ich habe einen Reizdarm.
Schon seit meiner Kindheit.
Ich kenne meinen Bauch also seit über 40 Jahren als sehr launischen Bestandteil meines Körpers.
Stets aufgelegt, sich zu blähen auf die Optik eines Babybauches im 8. Monat.
Auch ständig redebedürftig – von gluckern, grummeln, innerlichem lautem Pupsen, quietschen, gurgeln, blubbern….. Er spricht viele Sprachen.
Auch Gefühle kann er gut. Schmerzen jeglicher Couleur von Stechen wie mit Messern über Kneifen, Wehen-ähnliche Krämpfe, ständiges Zucken, …
Mein Bauch ist äußerst begabt.

Und seit über 30 Jahren fürchte ich mich davor, irgendwann einmal Blinddarm zu haben und es schlicht nicht zu merken.
Nicht zu merken, weil mein Bauch kaum einmal nicht weh tut; weil man sich gewöhnt; weil man sich nichts mehr dabei denkt; weil man es für normal hält….. Weiterlesen

Tretminen – und andere verborgenen „Schätze“ der Vergangenheit

Wie ich sie hasse….
Und fürchte…
Diese irgendwo in meinen Tiefen verborgenen Gefäße mit Vergangenheit.
Tonkrüge voller Gefühle, Bilder und Befindlichkeiten.
Keine Ahnung, wo sie verbuddelt sind. Man sieht sie nicht; man kann sie auch nicht erahnen.
Und doch…. – da gibt es diese Schlüsselworte; diese Schlüssel-Szenen…. und ganz plötzlich, ohne Vorwarnung; ohne Anzeichen…. gehen diese Scheißdinger auf und erkotzen sich in mein Heute.

Ebenso, wie diese merkwürdigen, unterbewußten „Sprachprogramme“.
Ganz offensichtlich gibt es Momente mit irgendeinem Schlüsselreiz, welche mich Dinge sagen lassen, an die ich mich noch nicht mal erinnern kann.
Dinge, die nicht mir gehören.
Dinge, die ich selbst niemals hören mag. Weiterlesen

Verlassen werden

Vorhin, als mein Mann noch schlief, dachte ich darüber nach, was ich Nana wohl Tröstendes oder Mutmachendes unter ihren aktuellen Beitrag schreiben könnte.
Es ist ein Scheiß-Gefühl, verlassen zu werden – sage ich, obwohl meist ich es war, die „meine Männer“ zum Teufel schickte.

Ich habe es ja erst kürzlich geschrieben – es kommt im Leben immer etwas besseres nach. So zumindest meine ganz persönliche Erfahrung.

Aber das ist kein wirklicher Trost.
Vermutlich klingt es vielmehr nach einer Art Hohn; Kopf-Tätscheln; nach der beiläufigen Bemerkung eines Menschen, der „überhaupt keine Ahnung hat“, wie weh das tut. Weiterlesen

Es ist noch nicht Zeit

um zu gehen.
Gott will mich noch nicht.
Keine Ahnung, was er noch für mich vorgesehen hat und welchen Lebenszweck ich letztlich vielleicht sogar auch im Moment erfülle…

Mein Mann sagt, für ihn persönlich sei mein Wert immens.
Er hätte schon so vieles von mir gelernt und dadurch in seinem Leben Großes verbessern und ändern können. Und nach wie vor lernt er von mir. Und wir haben gemeinsam Freude, Zweisamkeit, Nähe, Vertrautheit und Liebe im Leben.

Das ist ein gutes Gefühl, wenn ich doch selbst im Moment in mir keinen großen Nutzen erkennen kann.
Bißchen Wäsche waschen, am Wochenende kochen und bißchen putzen – ansonsten koste ich ihn nur Geld und Nerven…. – würde zumindest ICH so sehen.
Gut – und ab und zu auch Zärtlichkeiten. 🙂
Ja – und der Austausch vieler verschiedener Gefühle und unsere Gespräche.
Von welchen jetzt ich widerum sagen würde, dass ich davon mehr profitiere, als er. Weiterlesen