Wenn Du heute noch Hure bist, bist Du wirklich eine arme Sau

Ja, das hab ich grad wirklich geschrieben.
Ja, ich sag das so direkt.

Und tut mir bitte einen Gefallen und haltet die Füße mal unterm Tisch.
Wer von Euch hat den Satz noch nie gesagt?!
Wer hat noch nie ausgesprochen, dass irgendwer eine „arme Sau“ ist?!
Das ist Redensart; sprichwörtlich;  gutes, deutsches Wortgut.

Und es hat niemals wirklich etwas mit dem Tier ansich zu tun.

Hinzu käme bei mir persönlich, dass ich Schweine mag und sie wahrhaft soziale und intelligente Tiere sind. Abgesehen davon, dass wir sie essen.
Aber so gesehen – frißt die Gesellschaft nicht auch die Huren irgendwie auf?! Weiterlesen

Die „dunkle Seite“ lieben lernen?

Da häng ich nun also im Moment an diesem Punkt, alles an mir selbst festzustellen und zu bemerken, das vermeintlich nicht Ich ist.

Ich beobachte mich; fühle in mich; sehe mich im Spiegel an und bemerke immer wieder dieses Gefühl „das gehört nicht zu mir“ oder „das bin nicht ich“.

Aber…. – und da komm ich ins grübeln….. welcher Mensch ist denn nur gut?
Welcher Mensch hat denn nur positive, liebevolle, wohlwollende Gefühle?

Wie könnte es sein, dass es nur die gute Seite einer Münze gibt? Ohne „die andere“ Seite?
Wenn ich im mich gehe, dann gibt es dort sehr viele Dinge, die ich schon war; schon gelebt und gefühlt habe, mit welchen ich mich stimmig fühlte. Zeiten in meinem Leben, in welchen ich das Gefühl hatte, ich sei angekommen; ich sei „fertig“ mit meiner Aufarbeitung und dem Zurücklassen all dieser Scheiße.
Ich hatte das Gefühl, so sei ich „gut“ und lebe in innerem Frieden und Harmonie…. Weiterlesen

Eben habe ich gemalt

– wenn man das so nennen mag.

Es ist fast ein kleines Buch daraus geworden.

Ich dachte, ich zeichne einmal auf, wie ich mich und mein Leben sehe.
Was ich denke, was passiert ist und wie alles gekommen ist.
Und wohin es führen soll.

Publizieren mag ich dies nicht – es stehen Namen drin.
Aber es ist merkwürdig, sich selbst als Baum zu betrachten und zu erkennen, dass man von klein auf daran gehindert wurde, Wurzeln zu bekommen. Weiterlesen

Da fällt mir auf….

eben, im Beitrag darunter, schrieb ich fast zu Anfang:
„Aber ich habe auch nicht das Bedürfnis, zu sein wie ein Mann“

– das war nicht immer so.

Irgendwann während der Pupertät, haßte ich mein Frau-werden.
Ich haßte es, eine Vagina zu haben.
Ich haßte es, keinen Penis zu haben.
Ich haßte es, dass man mich anfassen und mir ständig weh tun wollte.
Und ich dachte ständig, dass mein Leben völlig anders wäre, wenn ich ein Junge wäre. Weiterlesen

Frauen

als Reflektionsfläche, fehlen mir in meinem Leben völlig.
Es ist irgendwie ein merkwürdiges Gefühl, Frau zu sein, ohne eine Art „Vorbild“ – von Kleinkind an.
Niemanden zu haben, der mir zeigt, wie Frau-sein geht; wie Frauen sind; was Frauen tun; wie sie denken, was sie fühlen, was sie wünschen…..

Nicht, dass ich das Bedürfnis hätte, zu sein wie andere.
Aber ich habe auch nicht das Bedürfnis, zu sein wie ein Mann. Weiterlesen

Kennt ihr die?!

Diese ewigen Wohl-meiner?
Diese Menschen, welche es immer gut mit dir meinen?
Die ständig irgendetwas tun, nur zu deinem Besten?
Die dir ständig sagen wollen, was Du jetzt tun sollst?

Oder denken?
Fühlen?

Oder die irgendetwas über dich hinweg entscheiden?
Irgendetwas für dich in die Wege leiten?
Dinge für dich tun, um die Du überhaupt nicht gebeten hast?
Alles bewerten, das Du tust? Ungefragt? Weiterlesen

Berufliche (Wieder-)Eingliederung – Teil 4

14 Tage war ich krank Zuhause.
14 Tage, in welchen ich versuchte, meine Seele und meinen Magen zu beruhigen und mir selbst zu versichern, dass ich mich gewißlich nicht zwingen muß und werde, entgegen meinem eigenen Verantwortungsbewußtsein; meinem Pflichtgefühl; meiner Moral und meinem Werteempfinden dererlei Jobs zu machen.

Wie kann man offenen Auges anderen Menschen solche Dinge antun?
Wie kann unser Gesetz und unser „System“ zulassen, dass aufgrund von Geldgier und Unersättlichkeit Menschen, welche sich nicht zu wehren vermögen, solches Leid angetan wird?
Aus „Zeitmangel“?
Aus „Sparpolitik“?
Aus „Mitarbeitermangel“?

Sind das nicht alles nur Ausreden, um konsequente Fehlplanung und ein völlig krankes Prioritäten-System in einer Weise zu „begründen“, welche die „Schuld“ vom einzelnen weg – hin zur Politik verweist?! Weiterlesen

Über Farbenblindheit und Prostitutionsverbot

Ganz offensichtlich bin ich (noch) nicht ausreichend und zum vollständigen Wohlgefallen „konvertiert“.
Ich habe den Wechsel von der „freiwilligen Sexarbeiterin“ zur „Anhängerin des Feminismus“ – (besser: von Frau Schwarzer) nicht abgeschlossen.
Von „pro-Sexarbeit“ zu „Prostitution verbieten per Gesetz“ nicht vollzogen.
Und das werde ich auch nicht.

Ich hatte auf einer Seite, welche sich mit dem „Zusammenhang sexueller Gewalt und Prostitution“ befaßt, um Verlinkung meines Blogs gebeten. Aber offensichtlich ist meine Meinung nicht deutlich genug zielorientiert im Sinne des Feminismus. Eine Verlinkung scheint nicht erwünscht.

Aber unsere Gesellschaft; unser Zusammenleben ist nicht nur schwarz-weiß.
Es gibt nicht dieses „nur gut“ oder „nur schlecht“.
Jeder Mensch ist ebenso individuell wie sein Empfinden oder seine Bedürfnisse.
Keiner kann, darf und will DIN-genormt sein und sich einfügen in eine Schablone, welche andere Menschen – selbstverständlich „wohlmeinend“ – aufzuzwängen versuchen.
– ganz nebenbei: auch das wäre Mißbrauch.

– Ja, ich bin Opfer von sexueller, körperlicher und emotionaler Mißhandlung und Gewalt in der Kindheit.
– Ja, dieser Umstand ermöglichte es meinem ersten Ehemann, mich letztlich durch emotionale Erpressung und Gewalt in die Prostitution zu manipulieren. Weiterlesen

Berufliche (Wieder-)Eingliederung – Teil 3

So ging ich weiter zu S.
Und wurde erneut los geschickt, um mir einen 2., zusätzlichen „Schützling“ anzusehen.

Man sagte mir, es sei dieses Mal ein Mann.
Nicht „ganz einfach“ – aber an und für sich „harmlos“.
Immer harmlos – außer natürlich, was leider zu oft vorkommt, seine Medikation stimme nicht.
Aber dann sei ja nicht er schlimm, sondern nur seine Medikation.
Er meine es ja nicht so und es mache das auch nicht extra – Schuld sind nur die Tabletten….. Weiterlesen

Berufliche Wieder-Eingliederung – Teil 1

Was tut eine Ex-Prostituierte, nachdem sie nun also erkannt hatte – Er-kenntnis hatte – darüber, dass ihre ganze „Karriere“ in der Sexarbeit also nicht zum „Erwachen“, sondern vielmehr zur Befütterung ihres Mißbrauchstraumas gedient hatte? Dass sie nicht wirklich freiwillig war; auch nicht „wertvoll“ geworden war oder „ein gutes Mitglied der Gesellschaft“… sondern vielmehr völlig einsam war; noch immer gefangen in Irrglauben und sie sich selbst aus der Gesellschaft ausgegrenzt hatte – je mehr sie gehofft hatte, endlich „anerkannt“, „respektiert“ oder gar „gemocht“ zu sein….

Ich hatte gedacht, ich sei auf einem guten Weg – und am Ende stand ich an der Mauer einer Sackgasse…. Nach 25 Jahren Kampf in der Sexarbeit….
Kampf, um Respektierung meiner Grenzen.
Kampf, trotz „geringfügigem, kleinen Service-Angebots“ finanziell zu überleben.
Kampf, mich abzugrenzen von geldgeilen und oberflächlichen Frauen
Kampf, mich selbst zu bewahren – ohne je zu bemerken, dass ich mich noch garnicht gefunden hatte….. Weiterlesen