Befriedigung

Ansich wollte ich eigentlich von gestern erzählen.
Nun regt mich aber Nina´s Beitrag, bzw. ihre Antwort auf meinen Kommentar zu diesem Thema an.

Wie ist das mit der sexuellen Befriedigung?
Mit meiner Therapeutin rede ich nicht über Sex. Ich habe aufgrund ihrer eigenen traumatischen Vergangenheit und ihren Reaktionen auf mein vorsichtiges Berühren des Themas Skrupel.
Offensichtlich fällt ihr das Thema nicht leicht und sie wird sehr vorsichtig und transportiert mir ein Gefühl von Verschlossenheit und Schutzbedürfnis. Weiterlesen

Berufliche (Wieder-)Eingliederung – vorerst letzter Teil

Nach meinen – leider gescheiterten – Einblicken in die Pflege, blieb ich einige Monate Zuhause.
Mein Mann war ziemlich überfordert, wütend, fassungslos – auch überrascht, verstehend, sehend und verständnisvoll. Liebend.

Er hat einen stinknormalen Job mit nicht allzu hohem Einkommen.
Er schiebt Überstunden und Überstunden, um als Alleinverdiener nun auch mich, seine Ehefrau – damals noch-nicht-Ehefrau, mit durch zu bringen.
Früher mag es normal gewesen sein, dass Frauen Hausfrauen gewesen waren.
Aber heute muß man sich das erst einmal leisten können.
Und nein, wir können das eigentlich nicht.

Wie gerne wäre ich wenigstens Berufs-bezogen einfach „normal“.
Wie gerne würde ich sagen können „Schatz, das ist alles nicht so schlimm; ich krieg das hin“.
– aber ich kriege es eben nicht hin. Weiterlesen

Berufliche (Wieder-)Eingliederung – Teil 4

14 Tage war ich krank Zuhause.
14 Tage, in welchen ich versuchte, meine Seele und meinen Magen zu beruhigen und mir selbst zu versichern, dass ich mich gewißlich nicht zwingen muß und werde, entgegen meinem eigenen Verantwortungsbewußtsein; meinem Pflichtgefühl; meiner Moral und meinem Werteempfinden dererlei Jobs zu machen.

Wie kann man offenen Auges anderen Menschen solche Dinge antun?
Wie kann unser Gesetz und unser „System“ zulassen, dass aufgrund von Geldgier und Unersättlichkeit Menschen, welche sich nicht zu wehren vermögen, solches Leid angetan wird?
Aus „Zeitmangel“?
Aus „Sparpolitik“?
Aus „Mitarbeitermangel“?

Sind das nicht alles nur Ausreden, um konsequente Fehlplanung und ein völlig krankes Prioritäten-System in einer Weise zu „begründen“, welche die „Schuld“ vom einzelnen weg – hin zur Politik verweist?! Weiterlesen

Berufliche (Wieder-)Eingliederung – Teil 3

So ging ich weiter zu S.
Und wurde erneut los geschickt, um mir einen 2., zusätzlichen „Schützling“ anzusehen.

Man sagte mir, es sei dieses Mal ein Mann.
Nicht „ganz einfach“ – aber an und für sich „harmlos“.
Immer harmlos – außer natürlich, was leider zu oft vorkommt, seine Medikation stimme nicht.
Aber dann sei ja nicht er schlimm, sondern nur seine Medikation.
Er meine es ja nicht so und es mache das auch nicht extra – Schuld sind nur die Tabletten….. Weiterlesen

Berufliche (Wieder-)Eingliederung – Teil 2

Da ich unbedingt und ganz dringend zum einen Geld brauchte – aber auch zum anderen, einfach Teil dieser Gesellschaft sein wollte; autonom; unabhängig….

Weil ich meinem noch-nicht-Ehemann versprochen hatte mich zu bemühen, Geld zu unserem gemeinsamen Leben dazu zu verdienen
Weil ich dies  SELBST wollte
Weil ich nicht gezwungen sein wollte zu fragen, bevor ich mir etwas kaufen mag
Weil ich schon immer autonom gewesen war
Weil eigenes Geld für mich Freiheit bedeutet
bemühte ich mich trotz meiner gesundheitlichen Probleme um einen schnellstmöglichen „Anschluß-Job“.

Ich war wütend.
Ich fühlte mich benutzt und verarscht.
Und ich wollte als Mensch; als ICH endlich anerkannt und angenommen sein.
So bewarb ich mich erstmalig in meinem Leben mit einem wahrheitsgemäßen Lebenslauf. Weiterlesen

Berufliche Wieder-Eingliederung – Teil 1

Was tut eine Ex-Prostituierte, nachdem sie nun also erkannt hatte – Er-kenntnis hatte – darüber, dass ihre ganze „Karriere“ in der Sexarbeit also nicht zum „Erwachen“, sondern vielmehr zur Befütterung ihres Mißbrauchstraumas gedient hatte? Dass sie nicht wirklich freiwillig war; auch nicht „wertvoll“ geworden war oder „ein gutes Mitglied der Gesellschaft“… sondern vielmehr völlig einsam war; noch immer gefangen in Irrglauben und sie sich selbst aus der Gesellschaft ausgegrenzt hatte – je mehr sie gehofft hatte, endlich „anerkannt“, „respektiert“ oder gar „gemocht“ zu sein….

Ich hatte gedacht, ich sei auf einem guten Weg – und am Ende stand ich an der Mauer einer Sackgasse…. Nach 25 Jahren Kampf in der Sexarbeit….
Kampf, um Respektierung meiner Grenzen.
Kampf, trotz „geringfügigem, kleinen Service-Angebots“ finanziell zu überleben.
Kampf, mich abzugrenzen von geldgeilen und oberflächlichen Frauen
Kampf, mich selbst zu bewahren – ohne je zu bemerken, dass ich mich noch garnicht gefunden hatte….. Weiterlesen