Es ist irgendwie so – zu? – viel

Guten Morgen, ihr Lieben 🙂

Ich bin aufgewacht um 4.37h mit verweinten, dicken, klebrigen Augen.

Irgendwie ist es Wahnsinn zur Zeit.
Es ist so grausam anstrengend.
Ich krieg irgendwie auch nichts mehr hin, Zuhause im Haushalt und so.

Gestern hab ich zumindest wieder 1 Wäsche in die Maschine gestopft. Dann hat der Mann die Mittags in den Trockner umgeladen und da liegt sie noch immer.

Keine Ahnung, wo all das Fühlen her kommt.
Im Moment bin ich so vollkommen überflutet davon.
Nachher hab ich Thera. Ich muß unbedingt aufschreiben, was die Woche alles gewesen war.
Ich war ja wirklich fast überall – im Kopf; im Gefühl; im Heute, Gestern und Vorgestern.

Es erschöpft mich.

Gestern hab ich ein (?) Kleine(s) gefühlt.
Zusammen gepfercht, wie in einer Blechtonne.
Ohne Luft.
Völlig sprachlos.
Ewig nur Fühlen.
Ich konnt nicht reden.
Es durfte nicht.

Da war nur diese Traurigkeit.
Diese Angst.
Diese Verzweiflung.

Und nein, ich glaube nicht, dass ich je „real“ in einer Tonne eingesperrt war.
Der Körper.
Aber es war so eng in der Seele; so gepreßt.
So angsterfüllt und einsam.
Und da war nur dieses Fühlen.
Und es gab absolut keine Worte
Kein einziges Wort, das hätte beschreiben können, wie schrecklich es sich fühlt.

Und es ist, als wölltest Du reden
aber Du weißt die Sprache nicht.
Du hast keine Beschreibung; kein Bild; keinen Begriff, den Du überhaupt sagen KÖNNTEST
Solche existieren nicht.
Damit IRGENDWER auch nur ansatzweise kapieren könnte, was Du sagen willst.

Es ist, als solltest Du jemandem das Meer erklären und hast nur Wüste.

Und so läßt Du deinen Mund verschlossen.
Resigniert.
Einsam, mutlos und stumm.
Sinnlos.

Auch all diese Angst wegen dem Auto, dem Geld, der Krankenkasse, ….
Es schien so absolut maßlos und übertrieben.
Das Hirn sagt, es gäbe hierfür keinen Anlass.
Die Seele schreit: „DOOOOOCCCCCHHHHHH!!!!!!“

Oder das Gefühl, dass sowieso alles umsonst und vergebens sei.
Weil ohnehin alles in den Abgrund führt.
Und eh alles kaputt geht.
Und niemals irgendwas gut wird oder bleiben.

Sosososo groß.

Und außen könnte man meinen, es sei alles ok.
So anders als sonst sehe ich nicht aus.
So anderes als sonst, tue *ich* nicht.

Gut – ein bißchen weniger, vielleicht.
Aber ich tue OFT weniger.
Und auch mal mehr.

Wir haben schon ewig wieder nicht gestaubsaugt.
Ich könnte hier nachlesen – vom letzten Mal hab ich geschrieben.
Gefühlt ist es 2-3 Wochen her; vielleicht auch länger.

Keine Kraft, für so´n Scheiß.

Gestern hab ich dem Osteopathen das Ohr abgeschwafelt.
Keine Ahnung, was alles gefaselt wurde – ziemlich viel Durcheinander.
Wir hattens auch von der Prostitution.
Von Grenzen.
Vom Video von Joko und Klaas, das ich bis dahin noch nicht gesehen hatte und auf das ich hier bei Carax & vanNuys gestoßen war.

Wir redeten auch vom Systemsprenger.
Er mag wohl gesellschaftskritische Filme.

Ich hab mit dem Mann gemeinsam dann abends die 15min geguckt.
Und es ist doch immer wieder krass, wie kaputt ich bin.
Wie schräg – eigentlich traurig und schlimm.

Mein Mann wollte nach den 15min. erstmal garnichts mehr.
Er war total betroffen.
Schockiert.
Entsetzt.

Es hat ihn derart aus den Schuhen gehauen, wie „Männer“ sind
dass er wieder einmal am Thema kauen mußte,
ob er sich nicht besser schämen will, ein Mann zu sein.

Wie sehr hatte er sich früher bemüht, wie ein GANZER MANN zu wirken; einer zu sein – oder wenigstens zu WERDEN.
Weil er sich mit seiner Behinderung und seinem Sein-wie-er-war nie wahrgenommen fühlte, als Mann.

Frauen sahen in ihm immer nur den Kumpel.
Den besten Freund – immer so lange, bis sie von ihm hatten, was sie wollten.
Meist Geld.
Oder Eintritt in bestimmte Discos.
Oder Kontakte oder sowas.

Aber für Sex oder gar Beziehung?
Nö….

Er war zu nett und lieb.
Zu achtsam und respektvoll.
Langweilig.

Heute nun will er meist garkein Mann mehr sein.
Kein solcher Mann, wie er früher glaubte, dass Männer seien.

Und nun sowas….
Er ekelt sich.
Er findet es ….. – auch hier hat er wohl kein wirklich passendes Wort gefunden.
Jedenfalls saß er schockiert vor dem Fernseher.

Und ich?!

Verstand ihn garnicht.
Klar, Männer SIND so…..
Klar, hab ich auch erlebt.
Klar, was glaubst DU denn?
Grade als Hure – da biste eh nix wert….
Was glaubste denn, wie viele Zimmer ICH mit Schwanz-Bildern tapezieren könnte, hätte ich sie behalten?!

Freier….
Schicken doch glatt „zur Vorbereitung“ in Mails an Huren ihre Schwänze.
Und glauben tatsächlich, die Hure hätte SO EINEN TOLLEN bisher noch nie gesehen….
Aha.

Männer….
Klar, was willste anderes erwarten?!
Kenn ich nur SO.

Ach…. weißt Du noch?
Die Geschichte im Swingerclub?
Was ich dir erzählt hab?

Es ist schon viele Jahre her – ich denke, so Anfang der 2000.
Da war ich mal im Swingerclub – ich war single.
Genaugenommen, war ich ständig dort.
Aber dieses eine Mal….
da war ich mit einem Mann, den ich an der Bar ein bißchen kennengelernt hatte auf die große Matte gelegen.
Und wie wir da eben ein bißchen fummelten und noch miteinander redeten,
kam so ein junger Typ zu mir.
So nach dem Motto „das Loch ist noch frei“
und legte sich einfach auf mich.

Ich war derart perplex und überrascht, dass ich erst garnicht kapierte, dass der mich eben „so im Vorbeigehen“ besteigt.

Er war nach wohl 1 bis 1,5min fertig – es ging sehr schnell.
Der hat einfach nur ein Loch gesucht, in das er sich entleeren kann.

Er stand auf, sagte Danke und ging. Das einzige Wort, das er gesagt hatte.
Ich hatte währenddessen mit „meinem“ Typ weiter geredet. Als wäre nichts.
Und freute mich sogar, dass der sich bedankte.

Was ist das für eine Welt?!

Was sagt es über mein Kaputtsein
mein Gewohntsein solches Verhaltens
mein Denken über Männer und die Gesellschaft

aus,
dass es für mich so DERART NORMAL gewesen war
und womöglich sogar noch IST
dass Männer auf solche Art über Frauen verfügen?!

Es wundert mich nichts.
Es schockiert mich nichts.
Es ist für mich total normal,
dass Männer sich derart aufführen
solche Dinge sagen
so mit Frauen umgehen
sie so derart benutzen, verschmutzen und konsumieren.

Nein, ich will ganz bestimmt nicht sagen, dass das GUT sei.
Dass ich das will oder denke, das müsse so sein.

Aber das ist es, wie ich Männer KENNE.
Sie waren in meinem Leben SCHON IMMER SO.

Mein Ehemann ist tatsächlich der allererste Mann, der ANDERS ist in meinem Leben.
Und genau deshalb habe ich ihn geheiratet.
Konnte ich ihn heiraten und wollte.

Aber NIEMALS!!!!!
würde ich noch irgendeinen anderen wollen.
Weil ich draußen von Männern nichts anderes erwarte.
Als jenes, das in den 15min. bei Joko und Klaas gezeigt wurde.

Erst jetzt, so langsam in den jüngsten Jahren,
beginne ich damit, mir vorstellen zu können,
dass zumindest ein minikleiner Anteil von Männern vielleicht doch auch anders sein könnte.

Wertschätzender, liebevoller, achtsamer und mit Respekt für Frauen.

Mein Osteopath ist wohl (auch) so einer.
Einer der Guten.

Aber ich lerne dies durch meinen Mann.
Ich gewinne mehr Vertrauen.

Im Übrigen ist mein Bild von Frauen auch nicht besser.
Auch Frauen kenne ich ansich nur zerstörerisch, manipulierend, egoistisch, narzisstisch, gewalttätig und irgendwie, als seien sie ein Parasit, der sich in dein Hirn frißt, um zu erreichen, was sie wollen.

Es ist auch für mich oft schwer zu ertragen, selbst eine Frau zu sein.

Hier helfen mir dann meine Zeiten mit der Thera.
Der PsychSozFrau.
Vielleicht sogar der netten Frau an der Kasse vom Supermarkt.
Und vielen von Euch hier in den Blogs.

Um endlich auch von Frauen ein anderes Bild in mir zu skizzieren.

Es ist hart, die innere Normalität zu ändern.
Schwer, an Besseres, Liebevolleres, Ehrlicheres zu glauben; glauben zu LERNEN.

Ich bin so derart voll von schlimmen, traumatisierenden, schmerzhaften Erlebnissen und Erfahrungen.
Ich habe zu viele schreckliche Menschen erlebt.

Für mich ist es einfach nur NORMAL.
Dass Menschen beängstigend, grausam und furchtbar sind.
Es überrascht mich nicht.
„Klar, die sind halt so.“

Kein Wunder, dass ich nicht alleine raus will.
Keine Freunde finde – will ich welche?
Dass ich immer wieder auch Scheißerfahrungen mache – ich erwarte ja garnichts anderes. Besseres.

Tja…

Mich wundert langsam nicht mehr, dass ich fühle, was ich fühle.

Ich bin traurig.
Auch heute wieder.

Was ist das nur für eine Welt?

Und sollte ich gehofft haben, Corona könnte hieran irgendetwas verändern….
dann muß ich einsehen,
dass schon jetzt draußen rein garnichts BESSER geworden ist.

Vielleicht sogar vielmehr SCHLIMMER.
Chance vertan.

Menschen sind Kacke.
Zumindest, als Gesellschaft; als Ganzes.

Vielleicht treff ich ja aber trotzdem irgendwann noch auf die wenigen Edelsteine unter den Menschen.
Wenn ich irgendwann wirklich tief in mir daran glauben kann.
Dass es sie gibt; dass sie existieren.

Irgendwo da draußen.

Ich wünsche Euch einen schönen, sonnigen Tag.
Viel Kraft und alles Liebe ❤


Gebloggt am 29.05.2019

Zynismus (Teil 1)

Zynismus (Teil 2)

5 Kommentare zu “Es ist irgendwie so – zu? – viel

  1. Für mich ist es einfach nur NORMAL.
    Dass Menschen beängstigend, grausam und furchtbar sind.
    Es überrascht mich nicht.
    „Klar, die sind halt so.“

    Diese Haltung kenne ich nur zu gut. Aber es gibt auch die mit echten und guten Gefühlen. Sie fallen nur nicht so auf. Zum Glück habe ich auch so einen als Partner.

    Große Umarmung ❤

    Gefällt 1 Person

  2. Pingback: Nicht *meine* Angst – Neues für Altes

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