Kontakt üben / erleben

Guten Morgen, ihr Lieben 🙂

Irgendwie ein gruseliges Thema.
Kontakt und Nähe.
Wenn man die meiste Zeit im Leben so gut wie keine(n) hatte.
Meist nicht mal wirklich mit sich selbst.

Klar – da war die Tochter.
Da waren/sind 2 Ehemanner.
Und einige Typen, mit welchen man glaubte, „Beziehung“ zu leben.
Auch ein ganzes Leben, in welchem geglaubt wurde, dass man sich selbst besser kennt, als sehr viele Menschen sich selbst kennen würden.

Aber heute nun muß man merken; FÜHLEN, dass das nur Illusion gewesen war.
Dass jenes, das man glaubte zu kennen, wissen, merken letztlich nur ein minikleiner Bruchteil gewesen war.
Dass es zwar vielleicht mehr war, wie bei vielen anderen (Gefühlszombies)
Und dass es vielleicht alles gewesen war, das möglich war

Dass aber nunmal der Rahmen des Möglichen nur sehr knapp bemessen war.
Und somit in Wahrheit nur so wenig und Minikleines tatsächlich bewußt und erleb-/fühlbar war.

Freunde hatten wir ja nie wirklich viele gehabt.
Und wenn, dann lief es meist darauf hinaus, dass diese Freunde irgendwas an uns gebrauchen konnten.

Die eine Freundin z.Bsp. war Bulimikerin und mit einem Alkoholiker verheiratet. Man stützte sich gegenseitig im Elend.
Die andere Freundin kiffte sich halb tot und war verbittert, weil auch sie nie einen gscheiten Partner fand und ihr Traum vom Kind sich nicht erfüllte.
Eine Freundin in der Schule noch, wurde ebenfalls mißbraucht – und wir waren 2 Außenseiter und gemobbte „Klassenärsche“, die in der Not zusammen fanden.

Und immer, wenn die Problematik beim Einen weg fiel, zerstörte das gleichzeitig die Basis der „Freundschaft“ und man wurde nicht mehr gebraucht.
Bzw. es gab schlicht keine Themen mehr oder ertrug nicht, dass man plötzlich mit seinem Elend alleine da stand.

Letztlich hab ich es nie verstanden und es tat mir auch immer sehr weh.
Da verändert sich das Leben und nimmt einen scheinbar guten Weg – und plötzlich wirst Du von der „Freundlin“ gehaßt, weil es dir „nun besser geht, als ihr“.
Aber gut – so war das halt….

Irgendwann zog ich es vor, einfach keine Freunde mehr zu haben.
Was man nicht hat, kann man auch nicht verlieren.
Und wenn man eh nur benutzt wird und dann weg geworfen
Wenn man eh seine Probleme grundsätzlich ohne Freunde lösen muß
weil man ja verstehen muß, dass die viel zu viele eigene Probleme haben
– dann spielt es eh keine Rolle, ob man nun welche hat oder nicht.

Am Ende ist man eh allein.

Ich hab mich NIE verlassen.
NIE – auf andere.
NIE – auf Menschen, die erst sagten, sie sind da.
Und dann doch immer nur wollten – aber nie gaben.

Letztlich hab ich es immer auch allein geschafft.
Dann tut auch keiner weh.

Selbst die ganzen Männer….
Immer nur heiße Luft.
Tausende Versprechen; so viel Selbstbeweihräucherung; so viele ICH KANN!!! Und ICH WERDE!!!!
Und dann nix…. immer nur nix.

Trotzdem….
Einsamkeit is Scheiße.

Nun, in den letzten, wenigen Jahren die Kontakte mit der Thera, der PsychSozFrau, der OEG-Frau.
Frauen, die mir wirklich helfen und in deren Kontakt ich mich sehr wohl fühle.

Auch Kontakt mit den Weibern von diesem Reha-Ding, wo ich von der Cheffin Hilfe erhoffte – und doch nur Chaos bekam.
Und der Kinesiologin dort – die letztlich total narzisstisch war.

Dann Versuche von Kontakt mit der Tussi von der Anzeige vor wenigen Jahren und der Viecher-Frau.
Versuche, in Kontakt zu kommen mit Nachbarinnen hier im Haus.
Auch bereits im Haus zuvor.
Der Mailkontakt mit der jungen Frau.
Kontakt zu der Frau bei meiner Thera.
Und nun vor paar Tagen Kontakt zu einer Nachbarin im Haus gegenüber.

Kontaktversuche, die entweder ebenfalls in Richtung Narzissmus gehen – oder sich einfach gleich wieder tot laufen; bzw. garnicht erst zustande kommen.

Immer wieder stelle ich fest, dass ich hoffe.
Und dann doch wieder nur irgendwelche Erfahrungen mache, die sich ungesund anfühlen.
Bzw. es einfach auch SIND.

Dann sind da noch die Kontakte HIER.
Zu Euch.

Schriftlicher Kontakt hier in den Blogs tut mir gut.
Die Freiheit, Möglichkeiten und die Anonymität hier, sind für mich sehr hilfreich.
Es ist möglich, Nähe zuzulassen auf einer Art, die sich gut anfühlt – und sich auch mal eine Weile zurück zu ziehen.
Es ist „erlaubt“, auch mal einfach NICHTS zu sagen; zu schreiben.
Und auch, auf all das innere Erleben zu achten; zu dosieren, bzw. dosieren zu üben.
Sich selbst wahrnehmen zu üben; zu fühlen; MIT- zu fühlen.

Es ist möglich, so viel über Gefühle, das Erleben, das Sein im Gestern und im Heute zu schreiben und zu lesen, wie sonst nirgendwo.
Über ALLES zu schreiben und zu lesen – auch über intimste, peinlichste, geheimste Innenzustände.
Im Blog ist es egal, was andere denken – man kennt sich nicht persönlich.
Man kann niemals dem anderen „etwas ins Gesicht sagen“.
Nicht „konfrontieren“.

Blogs sind geschützte Ehrlichkeit.
Unverblümte Wahrheit.

Und dennoch – gefühlt – vollkommen sicher.

Ich hatte mich nun getraut, näheren Kontakt zuzulassen.
Mal ein Treffen oder ein Telefonat.
Sehr schöne Erfahrungen zu machen – einerseits.
Es tut gut, echte Menschen real zu sehen, zu hören, auch zu umarmen.
Stimmen zu hören oder in Augen zu sehen.
Es tut gut, sich zu öffnen.

Andererseits merke ich aber auch,
dass es mir nach wie vor schwer fällt, Grenzen zu setzen.
Wahrzunehmen, JETZT.
Oft weiß ich jetzt nicht, was ich gerade fühle; wie das heißt – sondern erst später.
Oft muß der Kontakt erst wieder beendet sein – damit ich dann danach erst nach innen gehen und fühlen kann; merken.
Ich kann nicht beides zugleich – innen UND außen.

Oft redet es aus mir heraus – unzensiert.
Und erst hinterher denke ich darüber nach, was ich überhaupt gesagt hab – wenn ich es dann überhaupt noch weiß.

Ich werde völlig überflutet von irgendwelchen Energien und mein Körper ist nach einem Kontakt mit Menschen dann völlig aufgeladen.
Er zittert, bebt, summt, vibriert.
Ich bin angespannt, hart und der Körper tut weh.
Atmen fällt schwer.
Im Kopf redet und rennt alles durcheinander und nichts Klares ist erkennbar.

Ich kann nicht gut damit umgehen, in Kontakt zu sein.
Ich fühle (noch) zu wenig, um rechtzeitig oder JETZT Bescheid zu geben oder Grenzen zu setzen.

Es ist krass, das zu merken – und noch krasser, das auch anzuerkennen.
Damit umzugehen und zu versuchen, einen gehbaren Weg zu finden.

Ich sehne mich so sehr nach Menschen; nach Freunden – auch mal nach einer Umarmung.
Und wenn ich sie dann habe…. – dann sind sie mir zu viel.

Es ist sehr traurig.
Und ich weiß nicht, was ich von mir halten soll.
Was ich damit tun soll oder kann.

Ich muß es wohl üben; lernen; ausprobieren.
Darauf achten und aufpassen.
Auch und vor allem dann das Grenzen setzen; das mich-Ausdrücken.

Mit all der Angst umgehen lernen.
Dem Fühlen.

Immer fürchte ich, man ist mir nun böse.
Oder enttäuscht.

Ich will trotzdem nicht aufgeben.
Hoffe trotzdem, dass ich es irgendwann schaffe.
Freunde.
Nicht viele.
Lieber GUTE.
Und wenn´s ein einziger ist.

Irgendwann.

Ich wünsche Euch einen schönen Sonntag und alles Liebe ❤


Gebloggt am 16.06.2018

Nix

3 Kommentare zu “Kontakt üben / erleben

  1. Ich hab es ja schon mal geschrieben, aber ich finde dich echt so stark. Deine Ehrlichkeit und das immer wieder versuchen und nicht aufgeben. Es ist so zermürbend festzustellen, wenn neue Kontakte um die man sich bemüht hat toxisch/narzisstisch sind. Ich habe letztens mit meiner Bezugsbegleiterin darüber gesprochen, dass mein Kreis auch gerade wieder kleiner wird. Dass war schon mal so, bis nur noch eine Person blieb. Und zwar ich. Ich denke man kann immer wieder von eins anfangen, mit sich selbst angefangen. Die Angst vor der Einsamkeit habe ich auch. Aber lieber die, (die ich ja auch gut kenne) als wieder an missbräuchliche Menschen zu geraten. Vielleicht sind unsere Antennen mittlerweile auch feiner.
    Ich habe vor kurzem an die eine „Freundin“ gedacht, die ich noch in meiner Geburtstadt hatte. Sie redete mir immer ein, ich wäre narzisstisch wenn ich einmal etwas von mir erzählte, was mir eh schon schwer fiel. Nach jedem Kontakt, der sich über Stunden zog, oder jedes Telefonat (was ihr nie genug war von der Zeit) fühlte ich mich, als hätte mich ein Vampir komplett ausgesaugt und nur noch meine Hülle war übrig. Das habe ich lange mitgemacht. Wie lange weiß ich zum Glück nicht, weil ich Zeiträume nicht erinnere. Jedenfalls nehme ich so ein Verhalten mittlerweile nicht mehr hin. Oder lasse mir einreden ich wäre so oder so.

    Dennoch: Ich finde es wundervoll, dass du dein Herz vorsichtig wieder öffnest und auch dein Bedürfnis nach Kontakt. Das versuche ich gerade auch. Körperlich geht es mir dann auch jedes Mal wie dir. Vielleicht, weil es einfach so ungewohnt ist?

    Achja und noch was, möchtest du jetzt seit der Diagnose in Plural angesprochen werden? 🙂 Dann achte ich nämlich darauf. War mir da gerade nicht so sicher und dachte, ich frag einfach mal!

    Liebste Grüße und dir/euch einen schönen Sonntag!

    Gefällt 1 Person

    • Ja, solche Vampire…. das ist echt schlimm. Wenn es pausenlos nur um den anderen geht – und sobald Du AUCH mal was sagst, bist dann DU krank… das ist traurig, wenn man es dann merkt.
      Aber eben auch gut.

      Ich bin nicht sicher, ob der Körper so fühlt wegen „ungewohnt“.
      Ich denke da eher an sowas wie „overload“.
      Wenn man einfach voll und leer zugleich ist und Pause braucht.

      Hm… das mit dem Plural…. ichwir schreiben ja selbst sehr oft völlig unterschiedlich; mal ich, mal wir, mal ichwir…. Das kommt immer so von innen raus und letztlich fühlt sich das glaub innendrin auch so an.
      Ein Ich, in welchem das Wir wohnt?!
      Manchmal fühlbar getrennt und manchmal verschwommen und ineinander gelaufen.

      Ich glaube, es ist uns nicht sehr bedeutungsvoll, ob nun ich oder wir.
      Es pickt sich ohnehin jede/r raus, was er für sich hilfreich findet oder sich angesprochen fühlt und in Resonanz geht.
      Danke dennoch, dass Du fragst.
      Liebe Grüße zurück 🙂

      Gefällt 1 Person

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