Kleine Veränderungen

Wenn ich bedenke, dass ich seit 2004 fast ununterbrochen nur noch in einer Wohnung sitze….
Damals, weil ich nur Haus- und Hotelbesuche gemacht habe, um Geld zu verdienen – so höchstens 10/Monat. Und fast die gesamte restliche Lebenszeit Zuhause am PC saß.

Dann kam eine Zeit, da war ich woanders in einem Appartement – aber auch dort sitzt man dann den ganzen Tag und wartet auf Freier.

Als ich mich dann 2008 selbstständig machte in einer wieder anderen Stadt, saß ich nur drinnen, weil mich die Stadt ängstigte. Weil es draußen so grausam ekelhaft war.
Alles voll Hundescheiße und depressiver, agressiver Menschen und energieaussaugender Stimmung.

Seit ich nun mit meinem Mann hier lebe und aus der Sexarbeit ausgestiegen bin, sitze ich auch fast nur in der Wohnung.
Abgesehen von den Jobs, die ich immer wieder mal hatte.
Aber nun bin ich arbeitsunfähig geschrieben.
Ich gehe nicht gerne alleine raus.
Und alles, was ich draußen mag, mag aber mein Mann nicht.
Er haßt Flohmärkte. Und er haßt „bummeln“.
Und wenn er von der Arbeit erschöpft ist, hat er auch keine Kraft mehr, abends über Felder zu laufen.

So sitze ich hier.
Krumm, schief und zusammengefaltet vor dem PC.
Mache meinen kleinen 2-Personenhaushalt auf 60qm.
Und suche im Internet Kontakt zu Menschen.
Kontakt, welchen ich im realen Leben nicht finde.
Austausch; nicht alleine sein.

Und mein Körper schmerzt immer mehr.
Überall ein Gefühl wie Muskelkater.
Brennen und ziehen.
Vibrieren und beben.

Alles verkrampft und hart.

Und wir werden immer mehr.
Mein Mann ist ein Stress-Esser.
Und ich esse mit.

Früher wog ich 63kg und fühlte mich wohl.
In einer früheren Beziehung aß ich mich einst auf 99kg.
Als ich ihn fort geschickt hatte, schaffte ich es runter auf 71kg.
Heute nun, mit meinem Mann, meinem Einsamsein und Nichtbewegen, bin ich auf 86kg zurück gemampft.

Es wird Zeit, dass sich Dinge ändern.
Auch mein Mann hat viel zu viel, um sich noch wohl zu fühlen.
Gestern hat er begonnen, sich zu mäßigen.
Heute schon ist er etwas maulig.

Es wird Zeit.

Ich habe hin und her überlegt. Seit 2 Jahren will ich schon ein Fahrrad.
Aber wenn ich eins hätte, würde ich vermutlich trotzdem Zuhause bleiben – ich geh ja nicht gerne alleine raus.
Und mein Mann haßt Fahrrad fahren.

So haben wir uns gestern geeinigt, dass ich mir einen Hometrainer kaufe. Ein Fahrrad für drinnen.
Das stell ich dann an die Balkontüre und es gibt kein Argument, um mich nicht zu bewegen. Kein schlechtes Wetter; keine Angst; keine Scham kann mir ein Argument geben, nicht zu radeln.

Heute habe ich 2 Diät-Kochbücher bestellt.
Damit ich Ideen bekomme und Anregungen, was man so alles kochen kann.
Nicht immer die mir bekannten Dinge, die uns erst so rund gemacht haben kochen – sondern auch mal andere, neue Dinge.

Es würde uns wohl beiden vollkommen reichen, wenn wir 20kg. schaffen könnten.
Das wäre toll.
Und vielleicht gehen dann auch meine Schmerzen weg.
Und das Beben und die Anspannung.
Und vielleicht fühle ich mich dann auch endlich wieder wohler und freue mich aufs Rausgehen.
Es wird bald wieder Sommer.

Ich hoffe, dies ist ein guter Ansatz für einen guten Weg.

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2 Kommentare zu “Kleine Veränderungen

  1. Pingback: Was ein Stress – Missbrauch, Folgen und der Weg

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